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Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) |
| Dokument/Titel: WORT DES VORSTANDES DES ÖKUMENISCHEN RATES DER KIRCHEN IN ÖSTERREICH ZUR FREMDENFEINDLICHKEIT 31.1.2000 |
In Anbetracht der derzeitigen politischen Entwicklung in Osterreich und der von Fremdenfeindlichkeit beeinflußten Entscheidungen erhebt der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Osterreich seine Stin-rne und ruft die weiterhin bestehende Gültigkeit der bereits am 8.November 1999 geäußerten Prinzipien in Erinnerung: 1. Es gehört zum Grundbestand des christlichen Glaubens und jeden humanen Menschenbildes wie auch der Erklärung der Menschenrechte, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Religion und Staatsangehörigkeit gleiche Würde und gleiche Rechte hat. 2. Es ist ein bekannter psychischer Vorgang der Entlastung, wenn Menschen die Ängste, die uns aufgrund der Unsicherheit des Lebens ständig begleiten, auf andere Menschen projizieren und diese zum Sündenbock machen. Dieser Mechanismus erklärt zwar Ablehnung und Vorurteile, er tut aber Unrecht und löst keine Probleme. 3. Wir sind für umfassende Information und offene Aussprache, wo durch fremde Sprache, Kultur und Religion Reibungsflächen und Ängste entstehen. Wir sind bereit, zu solchen Begegnungen und Aussprachen einzuladen und uns zu bemühen, dabei Missverständnisse auszuräumen und ein besseres Zusainnenleben zu ermöglichen. 4. Jeder unsachlichen Behauptung, jeder pauschalen Beschuldigung und vor allem jeder religiösen und rassischen Diskriminierung werden wir aber entschieden widersprechen und Menschen, die davon nicht ablassen, auf ihre Verantwortung hinweisen. 5. Wir ersuchen alle Mitbürger und
Mitbürgerinnen dringend und mit besonderem Nachdruck, dem Gift des Rassismus und der
Intoleranz sowie der Angst vor allem Anderen und Fremden zu widerstehen und alles in ihrer
Macht stehende zu tun, dass wir eine gerechte, weitblickende und menschliche Gesellschaft
werden. |
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