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Kompass für soziales Denken und Handeln

Das „Sozialwort“ haben Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am Donnerstag, 27. November, in Wien präsentiert. Darin nehmen die 14 Kirchen gemeinsam Stellung zu den sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Veröffentlichung schließt einen vierjährigen Prozess ab.

Das „Sozialwort“ verstehe sich als „Kompass für soziales Denken und Handeln“, so die ÖRKÖ-Vorsitzende Christine Gleixner bei einer Pressekonferenz. Im Mittelpunkt stehe der Mensch als Ebenbild Gottes in einer Zeit der Umbrüche. Nun gelte es, das Gesagte zu vertiefen, zu erweitern und umzusetzen.

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Für den stellvertretenden ÖRKÖ-Vorsitzenden, den evangelisch-lutherischen Bischof Herwig Sturm, ist das „Sozialwort“ ein Signal von Weihnachten. „Gott wurde Mitmensch, Leidensgenosse und Zeitgenosse“, sagte Sturm. Die Kirchen sehen sich herausgefordert, „Hoffnung zu geben in einer Gesellschaft, die Orientierung sucht“, sie fungieren als „Mund und Stimme der Ausgeschiedenen“. Zudem signalisiere das „Sozialwort“ als ökumenisches Projekt für das Verhältnis der Kirchen in Österreich: „Wir können miteinander, und wir bringen etwas weiter.“

Den ökumenischen Aspekt unterstrich auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos. Das „Sozialwort“ habe „konfessionelle Vorhänge“ zum Fallen gebracht. Es sei „einmalig, dass alle Kirchen gleichberechtigt mit einer Stimme auftreten“. Das Sozialwort habe zudem gezeigt, dass das Fremde nichts Belastendes, sondern eine Bereicherung sei.

Der katholische Sozialbischof Maximilian Aichern sprach sich für eine „faire Austragung von Konflikten" und die Stärkung des sozialen Zusammenhaltes aus. „Dieser Zusammenhalt ist gefährdet, wo Menschen ausgegrenzt werden durch eine abwertende Sprache, wo Schwächere nicht zu ihrem Recht kommen, wo wirtschaftlicher Erfolg keine Rücksicht nimmt auf die Umwelt und die Rechte der Jugend und zukünftiger Generationen".

Forderung nach "Sozialverträglichkeitsprüfung"

Die Kirchen in Österreich treten für einen starken Sozialstaat ein und äußern Bedenken gegen Tendenzen, soziale Absicherung zunehmend dem Einzelnen oder privaten Institutionen zu überlassen. Sozialstaatliche Einrichtungen, unter ihnen die Kranken- und Pensionsversicherungen, seien zwar immer wieder neu den gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Ihre Finanzierbarkeit sei aber in hohem Maße "eine Frage des politischen Willens und einer vernünftigen Verteilung der Lasten", heißt es im "Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich".

Die Kirchen treten daher u.a. für die Beibehaltung eines umlagefinanzierten Pensionssystems ein, weil es wesentlich sicherer sei als private, vom Kapitalmarkt abhängige Versicherungssysteme. Dabei sei auch eine eigenständige Alterssicherung für Frauen vorzusehen.

"Der Zugang zu sozialen Dienstleistungen und deren Qualität muss für alle, unabhängig von Einkommen und Herkunft, gesichert werden", heißt es im "Sozialwort". Trotz gut ausgebauter sozialer Netze gebe es in Österreich fast eine Million Menschen, die am Rande der Armut leben oder arm sind. Man trete daher im Rahmen des für EU-Staaten verbindlichen Nationalen Aktionsplans zur Armutsbekämpfung (NAP) für eine Mindestsicherung für alle ein.

Es sei notwendig, "für eine ausreichende finanzielle und infrastrukturelle Absicherung des steigenden Pflegebedarfs" vorzusorgen, wird weiter betont: durch Anpassung des Pflegegeldes sowie Ausbau der mobilen Pflegedienste, Tagesstätten und Hospizangebote. Weiters stellt sich das ökumenische "Sozialwort" hinter Forderungen nach einer "Sozialverträglichkeitsprüfung" für neue Gesetze.

Für den kirchlichen Bereich betont das "Sozialwort" die "Option für die Armen" im Sinne einer Anwaltschaft zu Gunsten der Benachteiligten. In ihren eigenen Sozialeinrichtungen wie Caritas oder Diakonie wollen die Kirchen "ihre personellen und finanziellen Möglichkeiten" einsetzen, um Menschen in Notlagen rasch und wirksam zu helfen".

Umfassende Sicht sozialer Probleme

Neben Fragen von Arbeit, Wirtschaft und sozialer Sicherheit widmet sich das gemeinsame Sozialdokument auch den Bereichen Friedenssicherung, Bildung, weltweite Gerechtigkeit, Verantwortung vor der Schöpfung, Ehe und Familie, Lebensschutz, der Gestaltung städtischer und ländlicher Lebensräume.



Treffen ökumenischer Räte aus Österreich und Tschechien am
24.-25.11.2003 bei Brünn

Die Zusammenarbeit zwischen den Ökumenischen Räten der Kirchen in der Tschechischen Repubik und Österreich soll weiter intensiviert werden.
Das wurde beim Treffen von Vertretern der beiden Räte am 24. und 25. November 2003 in Vranov bei Brno beschlossen. Konkret wurde vereinbart, eine Schriftenreihe ins Leben zu rufen, in der am Beispiel einzelner Orte und Personen die gemeinsame Geschichte dargestellt wird. Dabei ist auch an eine Verwendung im Bereich des Tourismus und des Schulunterrichtes gedacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Begegnungstagung stimmten darin überein, dass es wichtig sei, die Menschen in beiden Ländern in ihrer heutigen Lebenswelt anzusprechen.
Außerdem soll eine gemeinsame Homepage über die verschiedenen Möglichkeiten von Begegnungen Auskunft geben. Durchgeführt wurden die Beratungen auf dem Hintergrund der eingangs vorgestellten Erklärung der beiden römisch-katholischen Bischofskonferenzen "Versöhnte Nachbarschaft im Herzen Europas" und der Studie "Der Beitrag der Kirchen der Leuenberger Gemeinschaft in Österreich zur Verständigung zwischen Tschechien und Österreich" bzw. der Gemeinsamen Erklärung der beiden Räte 2002.

Studientag: "Eine Aufgabe für den Staat...? Anfragen der Kirchen an Staat und Gesellschaft."

Unter diesem Titel hat der Ökumenische Rat gemeinsam mit Justitia et Pax am 2. Oktober 2003 einen Studiennachmittag veranstaltet.
Zur theologischen Legitimation der Fragestellung sprach Univ.Prof. Dr. Wolfgang Palaver, zum Thema "Der Mensch im Mittelpunkt" OKR Dr. Michael Bünker, zu den Fragen, die sich in diesem Zusammenhang aus der EU- Mitgliedschaft ergeben, Dr. Jürgen Frieberger. Dieser Studiennachmittag war der Auftakt für eine weitere Beschäftigung des ÖRKÖ mit der derzeit sehr aktuellen Problematik der unverzichtbaren Aufgaben des Staates.

Stichwort
Ökumene:
1. die bewohnte Erde als Lebensraum
2. die Gesamtheit der Christen
3. Zusammenwirken der christlichen Kirchen und Konfessionen

 


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